Monday, August 8, 2022

Innovativ und global vernetzt

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Ob Airbag oder MP3-Format, Quantencomputing oder grüner Wasserstoff, die Fraunhofer-Gesellschaft ist seit Jahrzehnten weltweit bekannt für Forschung und Innovation in Schlüsseltechnologien.

Die Größe der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) wird erst richtig deutlich, wenn man sich eine Karte ansieht. Fraunhofer ist im Grunde überall – in Deutschland mit Standorten von Itzehoe nahe der Nordseeküste bis ins oberbayerische Holzkirchen ganz im Süden des Landes, wo man die Alpen sehen kann. Aktuell, im Jahr 2022, gibt es allein in der Bundesrepublik 76 Fraunhofer-Institute und -Forschungseinrichtungen. Hinzu kommen Zentren auf fast allen Kontinenten: in den USA und Brasilien ebenso wie in Südafrika, Israel, China und Indien. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist weltweit vernetzt und die größte Organisation für angewandte Forschung in Europa. Schwerpunkte sind Bauphysik, Datenverarbeitung, Photovoltaik, Biomedizin, Mechatronik und Polymerforschung; Tatsächlich gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche oder technologische Bereiche, in denen die Organisation nicht aktiv ist.

Viele Erfindungen aus ihren Instituten sind weltweit bekannt: der Airbag zum Beispiel oder das berühmte MP3-Format, mit dem man Musik in kleine Dateien komprimieren kann. Letzterer kam vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen. In den 1980er-Jahren nutzten Forscher dort das bekannte Lied „Tom’s Diner“ von Suzanne Vega wegen seines klaren Rhythmus und seiner Einfachheit bei der Entwicklung. Es war das erste Lied überhaupt, das komprimiert wurde. Auch die weiße LED ist eine weltberühmte Erfindung aus der Fraunhofer-Welt. Früher mussten Lampen Licht aus blauen, grünen und roten LEDs mischen, um weißes Licht zu erzeugen. Das machte LED-Systeme kompliziert und teuer. 1995 gelang es Forschern des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF in Freiburg erstmals, einen einzigen Halbleiterchip dazu zu bringen, reinweißes Licht zu emittieren. Das war der Beginn der LED-Erfolgsgeschichte. Heute beleuchten sie Millionen von Büros und Wohnungen.

Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, erklärt, woher der Ideenreichtum der rund 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommt: „Wir konzentrieren uns auf zukunftsrelevante Schlüsseltechnologien. Dazu evaluieren wir kontinuierlich innovative Geschäftsfelder und technologische Trends mit großem Marktpotenzial und gesellschaftlicher Relevanz und passen unsere Schwerpunkte entsprechend an.“ Wichtige Felder, an denen die FhG derzeit arbeitet, sind unter anderem Bioökonomie, intelligente Medizin, Quantentechnologien, künstliche Intelligenz und Klimatechnologien. Besonders wichtig sei die zukünftige Energieversorgung, sagt Neugebauer: „Egal, wie viele Quantencomputer wir herstellen oder Hochleistungsrechenzentren bauen können, wenn wir die Energie nicht mehr sicher und konstant liefern können, nützen sie nichts zu uns. Das bedeutet, dass unsere Energiepolitik und unsere Energieversorgungslösungen weiter vorankommen müssen.“ Ziel ist die Energiesouveränität mit den Nachbarn in der Europäischen Union.

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